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Dorfkirche - Junior-Bausätze für professionelle Ansprüche

Um den Nachwuchs für das Hobby Modelleisenbahn zu begeistern, richten Modellbahnproduzenten ihr Sortiment entsprechend aus.


Bei den Gebäudemodellen werden sie meist als Junior- oder Kid-Modellebezeichnet. Die Bausätze sind typischerweise einfach gehalten und schnell zu montieren. Sie bestehen aus wenigen Teilen, die nicht mehr lackiert werden müssen. Die Einzelteile der Bausätze sind oft komplex und können mitunter ohne Klebstoff montiert werden. Steckverbindungen erleichtern die paßgenaue Montage. Für diese Junior-Bausätze sollten sich auch erfahrene Modellbahner interessieren. Wer mit Umbauideen und etwas Farbe diese Bausätze montiert, kann mit ihnen recht passable Bauwerke erhalten, die zudem noch preiswert sind. Auch beim Vorbild findet man weniger detaillierte und robuster gestaltete Bauwerke.

Gotische Pfarrkirche
Ein solcher Junior-Bausatz ist die kleine Pfarrkirche von Pola. Das Gebäude besteht aus wenigen Teilen, ist leicht zu montieren und eignet sich gut für Hobbyeinsteiger. Die einfache Montage beeinträchtigt keinesfalls die Tauglichkeit des Bauwerkes für eine professionelle Modellbahn. Am Gebäude sind Details ebenso dargestellt wie bei Nicht-Junior-Modellen. Lediglich die glänzende Kunststoffoberfläche sollte man bearbeiten. Fenster und Säulen werden in einem Stück auf die Grundmauern geklebt. Diese einfache und praktische Bauweise steht im Einklang mit dem Vorbild. In der Gotik wurden konstruktive Elemente ebenfalls äußerlich angebracht.

Die Grundmauern
Die in hellem Kunststoff hergestellten Grundmauern glänzen stark. Um die Modelle wirkungsvoll einzusetzen, sollten die Teile gealtert werden. Hierzu werden die einzelnen Spritzlinge mit verdünnter Bastelfarbe bestrichen. Diese verläuft dann in Fugen und anderen Unebenheiten, so daß das Material an dieser Stelle stärker getrübt wird. Um die hellen Wände zu altern, sollte schwarze oder dunkle Farbe verwendet werden. Dunkle Wände altert man mit weißer oder grauer Farbe. Anschließend tupft man überschüssige Farbe mit einem Lappen ab. Mit Bastelverdünnung kann man auch im Nachhinein Farbe entfernen. Der Farbauftrag kann beliebig wiederholt werden, bis ein ansprechendes Ergebnis erzielt ist. Beim Arbeiten mit der Verdünnung  ist darauf zu achten, daß der Kunststoff nicht angegriffen wird. Es empfiehlt sich, zuvor die Verdünnung an Restteilen des Bausatzes zu testen. Es sollte Verdünnung verwendet werden, wie sie von Revell oder Humbrol im Modellbahnfachhandel angeboten wird.

Nachdem die Teile eingefärbt sind, trennt man sie vom Gußbaum und feilt sie plan. Gemäß der Bauanleitung montiert man das Gebäude. Bei Juniorbausätzen gestaltet sich dies recht einfach. Zubehörteile wie Dachrinnen und Fensterrahmen sollten ebenfalls gealtert werden. Am Pola-Bausatz der Kirche sind die Dachrinnen an den Dachteilen mit angespritzt. Ihre Wirkung verbessert man, indem sie farbig abgesetzt werden. Hierbei ist darauf zu achten, daß nicht angrenzende Teile mitlackiert werden. Ein Abklebender Kanten mit Klarsichtfilm kann hierbei hilfreich sein. 

Das Dach
Die Dachteile sind passgenau und einfach montierbar. Zur Alterung der Teile läßt man Bastelverdünnung von oben darüber laufen. Der Verdünnung kann schwarze Farbe beigefügt werden. Die überschüssige Verdünnung entfernt man anschließend mit einem Lappen. Dächer werden durch herunterlaufendes Regenwasser dunkel. Indem die Verdünnung von oben nach unten über die Bauteile läuft, erhalten sie ein Aussehen wie in natura. 

Drei Turmbauformen
Für den Turm der Kirche bietet Pola drei Dachvarianten an, die der Packung beiliegen. Dadurch läßt sich die Kirche stilecht in eine bestehende Modellbahnlandschaft einfügen. Wer einen typischen Landstrich nachbildet, findet bei bewußter Betrachtung des Vorbildes die am ehesten passende Turmform heraus. Das Turmdach, das aus Ziegelsteinen besteht, wird auf die gleiche Weise gealtert wie das Dach des Hauptschiffes. Die anderen Dachformen können auch mit verünnter Bastelfarbe gealtert werden. Alternativ lassen sie sich auch grün lackieren. So bildet man ein Kupferdach nach, das bereits längere Zeit der Witterung ausgesetzt ist. Die Junior-Modelle werden meist auf Grundplatten montiert, die größer sind als das Gebäude. Beim Aufstellen der Gebäude auf der Anlagenplatte sollte man die Kanten der Grundplatte mit Gestaltungsmaterialien in die Modelllandschaft einbetten bzw. elegante Übergänge zwischen Platte und Gelände schaffen.

Umfeld
Wer eine solche Dorfkirche auf der Modellbahn ansprechend in Szene setzen will, der sollte das Umfeld der Kirche gestalten. Beim Vorbild findet man in der Nähe der Kirche oft ein Pfarrhaus. An der Eingangspforte steht ein Anschlagkasten. Den Kirchhof säumen meist Heckenoder Mauern. Auf dem Hof findet man Gedenksteine, ein paar Gräber oder einen Friedhof.




Schwierigkeitsgrad:
Materialbedarf:
Zeitbedarf:
Teile: Bausatz (z.B. Faller)Farbe
Bastelverdünnung
Klebstoff
Werkzeuge: Pinsel
Zange
Feile
Pinzette


Für eine größere Ansicht, bitte auf das jeweilige Bild klicken!

Junior-Modelle baut man mit wenigen Werkzeugen. Bastelfarbe und Verdünnung dienen zum Beseitigen des Glanzes
Junior-Bausätze bestehen aus wenigen Teilen, die leicht zu montieren sind
Die Mauerfugen sollten mit verdünnter Bastelfarbe abgesetzt werden
Mit einem Lappen verteilt man die Farbe in den Fugen und entfernt die restliche Farbe. Die Mauern sollten nicht zu dunkel werden 

  Nachdem die Farbe trocken ist, entfernt man die Teile vom Gußbaum und feilt die Kanten rechtwinklig
Fensterrahmen und Säulen bestehen aus einem Teil. Beim Festkleben darf kein Klebstoff herausquellen
Die Seitenwände verbindet man mit Kunststoffkleber auf der Grundplatte
In die Stirnseite der Kirche montiert man bewegliche Türen
Die Bleiglasfenster bildet man mit dem mitgelieferten Pergamentpapier nach, das hinter Klarsichtfolie geklebt wird

  Für den Pola-Bausatz stehen drei verschiedene Turmspitzen zur Verfügung. Beobachtungen beim Vorbild helfen, die richtige zu finden
Das Dach altert man mit verdünnter Bastelfarbe. Die Dachrinnen sollten farblich ab-gesetzt werden
Die Zifferblätter der Kirchturmuhr klebt man so an, daß alle Uhren die gleiche Zeit zeigen
Die große Grundplatte wird mit Sand und anderen Ge-staltungsmitteln in die Modell-bahnlandschaft eingebettet