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Baureihe 99.77-79: »Einheitslok« für die schmale Spur

99 771 - 794 (ab 1970: 99.177 - 170, ab 1992: 099.73-75)
Baujahre 1952 - 1956

Die Neubaulok für 750 mm Spur­wei­te war für den Ein­satz auf dem säch­si­schen Schmal­spur­netz vor­gesehen. Da­für waren  1928 — 1933 die Ein­heits­lo­ko­mo­ti­ven der BR 9973-76 be­schafft wor­den.


Allerdings hatte der Bestand bei Kriegsende durch Reparationsabgaben erhebliche Einbußen erlitten. Der Neubau von leistungsfähigen Lokomotiven, die die Lücken im Betriebspark schließen und in ihren Parametern dem gestiegenen Verkehrsaufkommen Rechnung tragen konnten, war nicht mehr zu umgehen. Wegen der hohen Dringlichkeit wurde der Bau der 750-mm-Schmalspurlok vorgezogen; sie wurde mithin zur ersten Neubaulok der DR.

Als Vorbild für die Konstruktion diente die Einheitslok der BR 9973-76. Das betraf nicht nur die Leistungsdaten, sondern ebenso die Hauptabmessungen und die architektonische Durchbildung. Unterschiede zur Einheitslok lagen im Wesentlichen darin, dass für die Neukonstruktion die Fertigungstechniken der Nachkriegszeit berücksichtigt wurden und in den Entwurf einige neue Erkenntnisse des Lokomotivbaus einflossen.

Statt des Barrenrahmens wurden für die Neubauloks geschweißte Blechrahmen vorgesehen; die Achslagerführungen sollten mit dem Rahmen verschweißt werden. Die Führung der Maschine durch vorderes und hinteres Bisselgestell wurde unverändert übernommen. Die Lok erhielt einen geschweißten Kessel in Anlehnung an den der Einheitslokomotive. Der Neubaukessel wurde jedoch nicht mittels Oberflächenvorwärmer und Kolbenspeisepumpe gespeist, sondern durch zwei Dampfstrahlpumpen. Gegenüber der Einheitslok bekam die Neubaulok einen größeren Rost, der für die Verfeuerung von Braunkohlenbriketts ausgelegt war. Der neue, geschweißte Aschkasten erhielt seitlich über die Rahmenwangen hinausreichende Behälterteile und auf jeder Seite zwei Luftklappen. Alle Hilfseinrichtungen waren analog der Einheitslok ausgeführt. Die Bremsausrüstung der Neubaulok bestand aus einer saugluftgesteuerten Hardy-Bremse mit Zusatzbremse Bauart Knorr.

Der VEB LKM Babelsberg lieferte an die DR von 1952 bis 1957 insgesamt 24 Loks, die die Baureihenbezeichnung 9977-79 erhielten. Die Neubauloks waren erhaltungstechnisch außergewöhnlich aufwändig, das Leistungsprogramm erfüllten sie jedoch ohne Anstände.

Erst 1991/1992 fertigte das Raw Meiningen schließlich 14 neue Blechrahmen und 14 neue Kessel. Mit diesen Hauptbaugruppen hat man 99 771, 772, 773, 775, 777, 778, 779, 782, 785, 787, 788, 789, 793 und 794 de facto neu aufgebaut. Die 99 782 und 99 784, die auf die Insel Rügen umgesetzt wurden, gingen nach der Reprivatisierung der Rügenschen Kleinbahn in das Eigentum der dortigen Bahngesellschaft über, die anderen noch vorhandenen Neubaulokomotiven tun nach wie vor auf den sächsischen Schmalspurstrecken ihren Dienst.




Spurweite 750 mm
Bauart 1’E1’h2t
Treib- und Kuppelraddurchmesser 800 mm
Höchstgeschwindigkeit 30 km/h
Zylinderdurchmesser 450 mm
Kolbenhub 400 mm
Kesselüberdruck 14 bar
Länge über Kupplung 10.000 mm
Wasservorrat 
5,8 m3
Kohlenvorrat 3,6 t
Dienstmasse (bei 2/3/ Vorräten) 51,9 t
Reibungsmasse    
42,8 t
Indizierte Leistung 368 kWi