Flächen-Austausch - Mehr Abwechslung durch variable Geländeabschnitte
Wohin mit den durchaus interessanten Gebäudeneuheiten der letzten Spielwarenmesse?Diese und noch viele weitere, ähnlich gelagerte Fragen können mit einem einfachen und grundsätzlichen Basteltip beantwortet werden. Was in der Theaterpraxis alltägliche Routine ist, läßt sich auch auf eine Modellbahnanlage anwenden: das Wechseln der Szenerie und des Hintergrundes. Ein solcher Austausch kann sich auch auf relativ kleine Abschnitte beziehen, so dass mit geringem Zeitaufwand jederzeit auch nach der Beendigung des Anlagenaufbaues ein partieller Geländeaustausch möglich wird.
Gehwegselbstbau
Die Voraussetzung für eine derartige Wechselszene ist die Schaffung einer entsprechenden Begrenzung. Im beschriebenen Beispiel wird sie von Bürgersteigen gebildet. Die Maße der vorgesehenen Fläche (125 x 45 mm) wurden auf eine 0,5 mm dicke Bastelplatte übertragen. Nach dem Zuschnitt und einer ersten Lagekontrolle begann das Aufzeichnen der Bürgersteige, die in diesem Falle (der Landschaftsausschnitt befindet sich unmittelbar am Rand des Moduls) an drei Seiten die äußere Begrenzung bilden.
Mit der Entscheidung über die Lage und Form der Pflasterung ergibt sich ein weiterer, wesentlicher Vorteil. In den meisten Gebäudebausätzen, besonmders Wohnhäusern, sind die Grundplatten größer als das eigentliche Bauwerk, um zusätzlich noch einen Fußwegbereich darstellen zu können. Die Gravur dieser Gehwege ist aber größtenteils von Gebäude zu Gebäude unterschiedlich, und es fehlen Zwischenstücke, so dass ein einheitliches Aussehen, wenn überhaupt, nur mit entsprechendem Aufwand erreicht werden kann.
Eine Möglichkeit, die Gehwege zu vereinheitlichen, sind selbst gravierte Fußwege. Die Verlegung und Gravur der Pflasterung kann variantenreich sein und wird durch Zeitgeschmack und -auffassung, technische Möglichkeiten und Materialauswahl bestimmt. Im Beispiel wurde die allgemein übliche Pflasterung der 20er und 30er Jahre gewählt. Die Breite des Fußwegs beträgt 12 mm (Nenngröße N), was einem Vorbildmaß von 1,92 m und damit kleinstädtischen Verhältnissen entspricht. Nun wurden, jeweils gemessen vom Außenrand der Platte, im Abstand von 1 mm, 10 mm und 12 mm längsverlaufende Linien graviert. Der so entstandene 1 mm breite äußere Streifen, der die Bordsteine darstellt, erhielt im Abstand von 10 mm Querfugen. In den folgenden 9 mm breiten Abschnitt, der die Lauffläche bildet, wurden im Abstand von jeweils 4 mm die Fugen, die zwischen den Gehwegplatten verlaufen, graviert.
Der letzte, 2 mm breite Streifen imitiert das Kleinpflaster am Gehwegrand und wird nur farblich von der Lauffläche abgegrenzt. Zum Gravieren dienten eine Reißnadel sowie ein kurzes Stahllineal Nach der Gravur wurde der durch das Ritzen entstandene Grat mit feinem Schleifpapier beseitigt.
Farbgebung
Für die anschließende Farbgebungkönnen wahlweise Humbrol- oder Revell- sowie auch Plaka-Farben Verwendung finden, wobei den erstgenannten Farben aufgrund der besseren Haftung auf Kunststoff der Vorzug gegeben wurde. Die Grundierung des gesamten Gehwegs erfolgte mit Humbrol-Nr. 83 Ocker, die Farbgebung der Kleinpflasterung mit Humbrol-Nr. 141 Hellgrau. Abschließend wurden mit stark verdünntem Humbrol-Nr. 31 Schiefergrau die realistisch wirkenden Schmutzspuren aufgetragen.
Nach dem Trocknen der Farbe führten Schnitte mit Bastelmesser und Stahllineal zur Trennung des Fußwegs von der übrigen Kunststoffplatte. Nun konnte der damit entstandene dreiseitig umlaufende Fußwegstreifen mit Pattex auf seinen vorgesehen Platz am Modulrand geklebt werden.
Weitere Tauschplatten
Von dem verbleibenden Ausschnitt der Platte, der den Untergrund für den auswechselbaren Geländeabschnitt bildet, sind vor der weiteren Gestaltung aus dem gleichen Material eine oder auch mehrere Duplikate zuzuschneiden. Diese werden durch Feilen und Beschleifen exakt den Innenmaßen des Gehweges angepaßt. Entsprechend den gewählten Vorgaben kann nun die Gestaltung beginnen.
Bei bereits aufgebauten Gebäuden mit angespritztem Gehweg wird dieser entweder durch vorsichtiges Lösen der Grundplatte vom Gebäude, oder, wenn die Platte aus Stabilitätsgründen unerläßlich ist, durch Abschneiden des Fußwegstreifens entfernt und die nicht benötigten Teile der Bastelkiste übereignet. Entsprechend wird bei einem Neuaufbau eines Bausatzes verfahren.
Minidiorama
Die fertig gestalteten Szenerien ergeben jeweils ein Minidiorama, das bei Nichteinsatz auf der Anlage durchaus einen Blickfang, z.B. in der Schrankwand im Wohnzimmer, darstellen kann. Auch auf kleinen Flächen können so Gebäudeensemble untereinander gegen Fabrikanlagen oder Landschaftspartien, wie Schrebergärten und Grünanlagen, ausgewechselt werden. Das kann beispielsweise bei Ausstellungsanlagen nützlich sein, die sich den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten ohne weiteres anpassen lassen.
| Checkliste | |
| Schwierigkeitsgrad: Materialbedarf: Zeitbedarf: |
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| Teile: |
Kunststoff-Bastelplatte |
| Heki-Flor | |
| Streumaterial von Heki oder Woodlands Scenics | |
| Plastikkleber | |
| Pattex | |
| Humbrol-(Revell-)farben | |
| Werkzeuge: |
Stahllineal |
| Bastelmesser | |
| Schlüsselfeilen | |
| verschiedengroße Pinsel | |
| Zubehör: |
Ausstattungsteile |
| Figuren |
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