Eingänge in die Unterwelt - Tunnelportale nach den Normen Europäischer Modellbahnen
Tunnel braucht so ziemlich jeder Modellbahner. Die meisten greifen bei deren Nachgestaltung zu handelsüblichen Tunnelportalen.Für den Selbstbau stehen aber oftmals keine Bezugspunkte zur Verfügung, auf die der Modellbahner zurückgreifen kann. Die MOROP hat daher in den Normen Europäischer Modellbahnen (NEM) unter der Nummer 105 Empfehlungen zur Bemessung des Tunnelprofils bereitgestellt, die als Konstruktionshilfe dienen sollen und auf die jeweils möglichen Gleisverläufe Bezug nehmen.
Dabei wird die Größe des Tunnelprofils bestimmt durch den Bogenradius, die Länge der eingesetzten Fahrzeuge, den Abstand der Gleise zueinander sowie die Frage, ob mit oder ohne Oberleitung gefahren werden soll. Diese Komponenten bestimmen zugleich das Aussehen des Tunnelportals: je größer der Gleisabstand und je kleiner der Bogenradius in Kombination mit der Länge der eingesetzten Fahrzeuge, desto größer wird das Tunnelportal ausfallen müssen.
Diese in den Zeichnungen und der Tabelle wiedergegebenen Empfehlungen sollte man bei der Rohbauphase seiner Tunnelstrecken unbedingt berücksichtigen, damit längere Fahrzeuge beim anschließenden Fahrbetrieb nicht plötzlich am Tunnelportal „anecken“.
Um jedoch schon bei der Planungsphase solche „Scheunentor-Tunnelportale“ weitestgehend zu vermeiden, sollte man darauf achten, dass sich die Position der Tunneleingänge möglichst auf einem geraden Streckenstück oder in einem nur leichten Gleisbogen befindet.
Tunnelformen
Drei verschiedene Profile gibt die NEM 105 vor: einen Rechtecktunnel sowie je einen Gewölbetunnel einer ein- und einer zweigleisigen Strecke. Die Maße der in die einzelnen Zeichnungen eingetragenen Variablen lassen sich der beigefügten Tabelle entnehmen, die zugleich die in Deutschland gebräuchlichsten Spurweiten umfasst.
Das dort nicht aufgeführte Maß A bezeichnet den Gleisabstand, der jedoch von Gleissystem zu Gleissystem differiert, zugleich aber auch in Bezug auf den Bogenradius von der Fahrzeuglänge beeinflusst wird.
Gerade für solche Anlagen, bei denen der Einbau von handelsüblichen Standard-Tunnelportalen nicht erwünscht ist oder diese aus Platzgründen nicht eingesetzt werden können, bleibt dem Modellbahner nichts anderes als der Selbstbau übrig. Unter Berücksichtigung der hier vorgestellten NEM-Empfehlungen sollte es nun den meisten Bastlern gelingen, ein dem Vorbild angenähertes Tunnelportal zu schaffen, das von der Gestaltungskunst seines Erbauers beredtes Zeugnis ablegt.
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