VT 11: Der deutsche TEE
VT 11 5001-5019, VM 11 101-512351/53/5401-08 (ab 1968 BR 601)
Baujahre 1957 (VT) UND 1957-1963 (VM)
Für die Trans Europ Express stellte die DB eine Triebzugbaureihe in Dienst, die in der Grundeinheit aus sieben Wagen (zwei Trieb- und fünf Mittelwagen) bestand.
Zwischen den Triebwagen waren eingereiht: Reisewagen mit Abteilen, Reisewagen mit Fahrgastgroßraum, Speisewagen mit Bar und Fahrgastraum, Küchenwagen mit Speiseraum und erneut ein Reisewagen mit Abteilen. Zur Verbesserung des Reisekomforts wurden die Wagenkästen wie bei den Gliedertriebzügen möglichst breit gestaltet, wodurch sich eine Kastenbreite von 3012 mm bei einer Wagenlänge von nur 17.400 mm ergab. Die Seiten- und Stirnwände, das Dach, die Bodenwanne, das Kastengerippe und die Vorbauhaube der Triebwagen bestanden aus Aluminiumverbindungen verschiedener Festigkeit.
Bei den Mittelwagen war der Wagenkasten aus Leichtmetall, nur die Hauptquerträger für die Drehgestelle und die Kupplungen bestanden aus Stahl. Die Drehgestelle hatten weder Wiege noch Drehzapfen, sondern wurden durch Lenker und seitliche Gleitstücke geführt. Die Wagenübergänge waren mit doppelten schalldämmenden Gummibälgen abgeschlossen. Der Triebwagen enthielt außer der Maschinenanlage ein Gepäckabteil und zwei Abteile für das Zugpersonal. Die Antriebsanlage war erstmals im deutschen Schnelltriebwagenbau nicht auf die Drehgestelle aufgebaut, sondern wie bei der V 200 im Wagenkasten angeordnet, von wo aus die Antriebsenergie mit Gelenkwellen auf die Drehgestelle übertragen wurde. Nach ersten Fahrten zur Vorstellung der neuen Züge für die Presse begann der reguläre Einsatz im TEE-Verkehr ab Juni 1957. Gefahrene Leistungen waren dabei TEE-Züge wie der „Helvetia“ Hamburg – Zürich, der „Rhein – Main“ Frankfurt (Main) – Amsterdam, der „Saphir“ Dortmund – Bruxelles – Ostende und der „Paris – Ruhr“ Dortmund – Paris. Die VT 115 bewährten sich dabei sehr gut. Beheimatet waren sie zu dieser Zeit bei den Bw Frankfurt (Main)-Griesheim, Dortmund und Hamburg-Altona.
Nach und nach ging die DB dazu über, die TEE-Züge als lokbespannte Garnituren zu fahren. Die letzte TEE-Leistung der nun als Baureihe 601 bezeichneten Triebzüge war der „Mediolanum“ München – Milano bis August 1972. Ab Herbst 1968 fanden sie zunehmend Verwendung im neu eingerichteten Inter-City-Verkehr. Vier Triebköpfe wurden 1971-1973 auf Gasturbinenantrieb umgebaut und werden unter der Reihenbezeichnung 602 gesondert besprochen. In den siebziger und achtziger Jahren fanden die ehemaligen TEE-Triebzüge Verwendung im Touristikverkehr. Einer der Schwerpunkte lag in der Beförderung des „Alpen-See-Expreß“. Die zuvor in Hamburg konzentrierten Fahrzeuge wurden nach Hamm verlegt, das zur letzten Heimat der 601 wurde. 1988 schieden sie aus dem Regelbestand. Einige blieben aber in Sonderdiensten weiterhin präsent.





